Belo-Monte-Protest lässt nicht nach

FONTE: Klimaretter

Klimaretter05/05/2013

Betroffene des Staudammbaus für das Wasserkraftwerk Belo Monte in Brasilien halten seit einigen Tagen erneut Teile der Baustelle besetzt. Die rund 200 indigenen Besetzer verlangen einen Stopp der Bauarbeiten am Amazonas-Nebenfluss Xingu, bis die Anhörungen der Bewohner abgeschlossen sind, wie die österreichische Tageszeitung Der Standard am Freitag berichtete. Das 11.000-Megawatt-Wasserkraftwerk soll das drittgrößte der Welt werden. Der Bau ist schon zu einem Drittel fertig – ungeachtet vieler noch anhängiger Gerichtsverfahren. Das Milliardenprojekt wird den Plänen zufolge über 500 Quadratkilometer Land überfluten.

Über schockierende Zustände an der Baustelle im nördlichen Bundesstaat Pará hatten Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen und der Bundesstaatsanwaltschaft von Pará erst vergangene Woche bei Veranstaltungen der Grünen in Berlin und Wien berichtet. Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen und die soziale Situation in den umliegenden Orten seien prekär, sagte Verena Glass von der Organisation Xingu Vivo. Um die immer wieder aufkommenden Streiks und Proteste zu unterdrücken, setze die Regierung Sicherheitskräfte und Spitzel ein. Im Zuge der Bauarbeiten hätten Sexualverbrechen gegen Frauen und Kinder drastisch zugenommen, es gebe auch immer wieder Fälle von Zwangsprostitution.

“Wir haben eine Situation, die wir in der Zeit der Militärdiktatur erlebt haben”, sagte Glass bei der Veranstaltung in Wien. In der Diktaturzeit (1964 bis 1985) war der Staudamm-Plan entwickelt worden. Ausgerechnet die Arbeiterpartei und ihre Präsidentin Dilma Rousseff wollten nun “das Projekt mit aller Macht durchsetzen, auch wenn es das Leben der letzten Indigenen fordern wird”, kritisierte die Journalistin. So bedrohe die geplante Trockenlegung eines 100 Kilometer langen Flussabschnitts die Fischerei und damit die Ernährung der Bevölkerung, ohne dass diese Anspruch auf Ausgleich habe.

Der größte Teil der produzierten Energie wird dabei gar nicht der Bevölkerung der Region zugutekommen, sondern energieintensiven und umweltschädlichen Industrien. Das sind vor allem die Aluminiumfabriken im Bundesstaat Pará und die von ihnen belieferten ausländischen Autokonzerne. Zunächst profitieren aber die Bauunternehmen und ihre Zulieferer, auch in Deutschland und Österreich. So liefern Siemens und die österreichische Firma Andritz die Kraftwerksausrüstung und Mercedes 540 Lkws. Auch die Versicherungen Münchener Rück und Allianz sind an dem Projekt beteiligt.

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